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Der Verzicht auf Selektion und das Recht eines jeden Menschen auf Bildung und Erziehung stellen ein Grundprinzip der sozialen Integration dar. Das wichtigste in diesem Zusammenhang ist, dass das Kind der Maßstab ist. Es sind meist die kleinen Schritte, die eine große Veränderung in der gesamten Entwicklung eines Kindes – ob mit Behinderung oder ohne – ausmachen. Es ist letztlich auch eine Frage nach dem Blickwinkel, aus dem heraus Erwachsene die kindliche Entwicklung betrachten. Soziale Integration heißt auch voneinander zu lernen. Erwachsene lernen genauso von Kindern, Größere von Kleineren, Nichtbehinderte von Behinderten wie auch umgekehrt.
Das soziale Lernen steht vor dem sachbezogenen Lernen und dem Einüben isolierter Fähigkeiten. Nicht die Einzelförderung und der durchdachte Förderplan stehen im Mittelpunkt; die Unterschiedlichkeit der einzelnen Kinder und deren Lebenszusammenhänge stehen im Zentrum des sozialen Lernens.
Jedes Kind soll in erster Linie von seinen Fähigkeiten, Stärken und besonderen Eigenschaften her gesehen werden. Dabei müssen wir uns vom Grundsatz der Gleichwertigkeit aller Sinnes- und Lernerfahrungen her leiten lassen. Kinder lehren uns, die Welt mit den unterschiedlichen Sinnen zu begreifen, über Augen und Ohren, über die Haut und mit dem ganzen Körper. Bei Kindern mit Beeinträchtigungen muss darauf geachtet werden, dass sie vielfältige Sinneserfahrungen machen.
Hans Eberwein, ein bekannter Heil- und Sonderpädagoge und Autor des Buches „Behinderte und Nichtbehinderte leben gemeinsam“ sagt: „Integration ist kein Problem der Kinder, sondern ein Problem unseres pädagogisch-politischen Denkens, unseres Bewusstseins, unserer Einstellung, unseres Menschenbildes.“
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